Das will ich als Nachhilfelehrerin bewirken
Als Judith Peters im Rahmen des Blog Programms VIB diese Frage gestellt hat, dachte ich erst "Ich gebe Nachhilfe, was soll das schon Besonderes sein?" Trotzdem ließ mich die Frage nicht mehr los und während ich im Cafe sitze und diesen Artikel tippe und später als ich beim campen am Strand des Thüringer Meeres sitze, kam es mir: Ich bin so dankbar, für das Vertrauen, das mir Eltern im Umgang mit ihren Kindern schenken und ich will mit meiner Nachhilfe zeigen, dass ich an sie glaube und sie einzigartig und wirkungsvoll und mutig sind - unabhängig von ihrer Lateinnote. Und das ist mehr als "nur" Nachhilfe. In diesem Artikel schreibe ich konkret über meine drei Beweggründe.
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1) Ich möchte, dass niemand mehr wegen Latein von der Schule muss
Mir hat Latein (fast) immer schon Spaß gemacht. Im ersten Lateinjahr hatte ich zwar mit einer 4- zu kämpfen, bis ich bis zum Ende des Schuljahres verstanden habe, wie die Sprache funktioniert. Und von da an hat es Spaß gemacht. Aber bei so vielen meiner MitschülerInnen war das anders. Ich kann mich noch erinnern, wie ich versucht habe, meiner Freundin in der Schulaufgabe einzuflüstern, wie der Satz aufgebaut ist, sie aber dann, Tränen in den Augen, nur noch mit den Schultern gezuckt und ein leeres Blatt abgegeben hat.
Wenn ich jetzt neue Leute kennen lerne und von meiner Arbeit erzähle, bewirkt das immer, dass mein Gegenüber über seine eigene Latein-Erfahrung spricht. Und ich merke, wie sehr das Fach Latein Viele belastet hat: Letzte Woche erst hatte ich diese Reaktion: “Oh, Latein, das war schrecklich, ich bin dann auf die Realschule gewechselt.”
Diese negativen Erfahrungen aus der Schulzeit prägen uns und unser Selbstbewusstsein bis heute. Mit meiner Nachhilfe möchte ich zeigen, dass Latein machbar ist und sogar Spaß machen kann. Keiner muss eine 1 in Latein haben, aber niemand soll mehr wegen Latein das Gymnasium verlassen müssen.
2) Ich möchte, dass meine SchülerInnen an sich und ihre Träume glauben
Kürzlich habe ich eine meiner SchülerInnen verabschiedet. Sie hat das Fach mit einer Note 3 abgelegt und damit war auch unsere Nachhilfe vorbei. Am Anfang des Schuljahres (als wir mit der Nachhilfe begonnen haben), da sah das ganz anders aus:
Der Lateinlehrer sagte wortwörtlich und vor der gesamten Klasse zu ihr: “Jana, dieses Jahr wird für dich der Untergang.”
Dass das im Jahr 2024 noch Lehrer sagen, macht mich sprachlos. Ich kann mir nur vorstellen, was diese Worte mit mir gemacht hätten: Als unsichere Schülerin hätte ich komplett aufgegeben. Wenn schon der Lehrer nicht an mich glaubte, warum sollte ich es tun? Und vor Scham über diese Bloßstellung wäre ich im Boden versunken.
Meine Schülerin hat sich durchgebissen. Einmal in der Woche gabs eine Stunde Nachhilfe bei mir, dazu habe ich ihr kurze Grammatikeinheiten zur Wiederholung gegeben und sie anschließend abgefragt. Und siehe da: Sie hat ihre Note auf eine 3 im Jahreszeugnis verbessert.
Bei unserer Verabschiedung habe ich sie gefragt, ob sie schon Pläne für die Zukunft, für nach der Schule hat. Ihre schüchterne Antwort kam zögernd: “Ähm… ja.. wenn ich es schaffe, also Medizin studieren… also wenn ich kann.”
Noch mehr als Latein Grammatik und Vokabelwissen möchte ich meinen SchülerInnen zeigen, dass so viel mehr in ihnen steckt als das, was in der Schule vermittelt wird. Und so war meine Antwort: “Wow, das ist ein toller Traum und wenn du dir das vornimmst, dann kannst du alles schaffen! Ich glaube an dich und du wirst eine tolle Ärztin.”
3) Ich möchte, dass Bildung für jede/n zugänglich wird
Mir ist bewusst, dass Nachhilfe bei mir wirklich Luxus ist, den sich nicht jede/r leisten kann. Es ist erwiesen, dass diejenigen SchülerInnen in Deutschland die besten Noten haben, die zuhause die beste Unterstützung bekommen, sei es durch engagierte Eltern oder Nachhilfe. Das schafft Ungerechtigkeit und führt dazu, dass derjenige hinten runterfällt, der nicht die Ressourcen hat, privat auszugleichen, was in der Schule verpasst wurde. Dieses Thema beschäftigt mich sehr, denn mit meiner Nachhilfe bin ich Teil des Systems. Auch global gesehen ist Bildung DAS wichtigste Mittel für Menschen, um aus Armut herauszukommen und ein selbstbestimmtes Leben zu leben. Und so habe ich bereits vor mehreren Jahren eine Patenschaft für ein indisches Mädchen übernommen und unterstütze die Arbeit von Plan International. In Zukunft möchte ich einen noch größeren Beitrag für die Schulbildung von Mädchen auf der Welt übernehmen.
Aber ich möchte auch Wege finden, meine Latein-Nachhilfe für alle zugänglich und bezahlbar zu machen. Einen Anfang habe ich mit meinem Onlineshop gemacht, in dem ich Lernmaterial für kleines Geld anbiete. Aber noch weiß ich nicht, wie ich es auch mit meiner Einzelnachhilfe, die einfach zeitaufwändig ist, anstellen soll. Hast du eine Idee? Ich würde mich über einen Tipp von dir freuen!
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